Siebenschläfer

Der Siebenschläfer (Glis glis) ist mit 16 cm Leibes- und 13 cm Schwanzlänge der grösste deutsche Bilch. Der weiche, ziem- lich dichte Pelz ist auf der Oberseite ein- farbig aschgrau, bald heller, bald dunkler schwärzlichbraun überflogen, auf der Un- terseite milchweiss und silberglänzend. Süd- und Osteuropa sind das Ver- breitungsgebiet des Siebenschläfers.

Siebenschläfer
Er bewohnt hauptsächlich das Mittelgebirge, am liebsten trockene Eichen- und Buchenwaldungen. Den Tag über hält er sich verborgen. Bei seinen nächtlichen Ausflügen zeigt er sich als ein rascher, lebhafter und behender Gesell, der mit Eichhorngewandtheit auf den Bäumen oder an Felswänden umherklettert, von Zweig zu Zweig oder auch aus der Höhe zur Tiefe springt und mit kurzen Sätzen rasch umherläuft, wenn er auf die Erde gelangt. Wenige Nager dürften es dem Bilche an Gefrässigkeit zuvortun. Er frisst, solange er fressen kann. Eicheln, Bucheckern, Haselnüsse bilden wohl seine Hauptnahrung, Walnüsse, Kastanien, süsses und saftiges Obst werden aber auch nicht verschmäht, und tierische Kost scheint ihm geradezu Bedürfnis zu sein; wenigstens überfällt, mordet und verzehrt er jedes kleinere Tier, welches er erlangen kann, plündert Nester aus, würgt junge Vögel ab, tritt überhaupt nicht selten als Raubtier auf. Gegen den Herbst hin sammelt er Nahrungsvorräte und speichert diese in seinen Höhlen auf. Um diese Zeit "strotzt er bereits von blühendem Fette", frisst aber noch so lange wie möglich; dann denkt er daran, Herberge für den Winter zu bereiten. Jetzt macht er sich in tiefen Erdlöchern, Rissen und Spalten, Felsen und in altem Gemäuer, wohl auch in tiefen Baumhöhlungen, ein Nest von zartem Moos zurecht, rollt sich, gewöhnlich in Gemeinschaft mit mehreren seiner Genossen, zusammen und fällt schon lange vorher, ehe das Thermometer auf dem Nullpunkt steht, in rauheren Gebirgsgegenden bereits im August, in der wärmeren Ebene erst gegen den Oktober hin, in tiefen Schlaf. Im Freien erwacht unser Bilch erst sehr spät im Frühjahr, selten vor Ende des April. Bald nach dem Erwachen paaren sich die Geschlechter, und nach ungefähr fünfwöchiger Tragezeit wirft das Weibchen auf einem weichen Lager in Baum- oder anderen Höhlungen drei bis sechs nackte, blinde Junge, welche ausserordentlich schnell heranwachsen, nur kurze Zeit an der Mutter saugen und sich dann selbst ihre Nahrung aufsuchen.

 

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